Drei Dinge solltet ihr wissen, bevor ihr losfahrt:
- Die Währung ist die Krone (Kč, international CZK), nicht der Euro. Tschechien ist nicht in der Eurozone — und wird es so schnell auch nicht.
- Der Kurs liegt 2026 zwischen 24,5 und 25,5 Kč pro Euro. Für die schnelle Kopfrechnung: 1 € ≈ 25 Kč. Also: 100 Kč ≈ 4 €, 250 Kč ≈ 10 €, 1.000 Kč ≈ 40 €.
- Karten funktionieren fast überall. In Prag und in den größeren Städten kommt ihr praktisch ohne Bargeld aus — bis auf ein paar spezifische Situationen, über die ich gleich schreibe.
Viele Reiseführer aus dem Jahr 2017 behaupten noch, dass ihr in Tschechien „unbedingt Bargeld” braucht. Das ist 2026 schlicht überholt. Die Realität ist umgekehrt: mit einer halbwegs guten Karte braucht ihr Bargeld nur sehr selten. Aber genau diese seltenen Momente existieren — und wer sie nicht kennt, steht plötzlich blöd da.
Karten vs. Bargeld — die Realität 2026
Wo Karten praktisch immer funktionieren:
- Restaurants in Prag, Brünn, Pilsen, Olmütz und allen touristischen Städten — selbst kleinere pivnice (Bierkneipen) haben heute ein Terminal
- Supermärkte, Drogerien, Apotheken
- Öffentlicher Verkehr: in Prag über die App PID Lítačka oder kontaktlos direkt am Lesegerät; für Fernzüge und Busse die Apps der jeweiligen Anbieter — RegioJet, Můj vlak (ČD) und Leo Express
- Hotels und Airbnb
- Museen, Galerien, die meisten Sehenswürdigkeiten
Wo Bargeld noch praktisch ist:
- Kleine Wirtshäuser auf dem Land (besonders im Riesengebirge, im Böhmerwald und in Mähren außerhalb von Brünn)
- Wochenmärkte, Bauernmärkte, Straßenstände
- Öffentliche Toiletten (15–20 Kč in Münzautomaten)
- Trinkgeld im Restaurant (wichtig — gleich mehr dazu)
- Pfand für Audioguides und ähnliches
Wie viel Bargeld mitnehmen? Etwa 500–1.000 Kč pro Person und Tag als Reserve. Für einen drei- bis fünftägigen Aufenthalt in Prag reicht es, einmal 2.000–3.000 Kč abzuheben — den Rest macht ihr mit Karte.
Geldautomaten — was nutzen, was meiden
💡 Der Tipp, der euch viel Geld spart: Hebt niemals an einem EURONET-Geldautomaten ab.
EURONET-Automaten (erkennbar am blau-gelben Logo) stehen überall im Prager Zentrum verstreut — und es ist meistens der erste Geldautomat, dem ihr in der Touristenzone begegnet. Wenzelsplatz, Karlsbrücke, Flughafen Václav Havel und an Dutzenden anderen Orten. Sie haben ein zweistufiges Gebührensystem:
- Fixe Abhebegebühr für ausländische Karten: 99–199 Kč
- Wenn ihr ihre DCC-Wechselkursumrechnung („Dynamic Currency Conversion”) akzeptiert: zusätzliche Marge von 13,95 % über dem Interbank-Kurs + feste 3,95 € (von EURONET selbst Ende 2025 bestätigt)
In Kombination heißt das: ein Tourist, der auf DCC reinfällt, verliert bis zu 15–18 % der abgehobenen Summe. Honest Guide hat 2025 einen realen Fall dokumentiert: 175 € Gebühren bei einer Abhebung von 1.000 €. Bei 5.000 Kč Abhebung können das 600–900 Kč extra sein, die direkt in die Tasche eines amerikanischen Konzerns wandern — für nichts.
Wo also abheben?
Tschechische Banken mit fairem Interbank-Kurs teilen sich in zwei Kategorien:
Geldautomaten ohne fixe Gebühr für ausländische Karten:
- Air Bank
- Fio banka
Wenn ihr einen davon findet, hebt dort ab. In Prag ist das kein Problem — Air Bank und Fio banka haben Filialen und Geldautomaten im ganzen Zentrum.
Geldautomaten mit fairem Kurs, aber eigener Gebühr (typisch 99–150 Kč):
- ČSOB
- Komerční banka
- Česká spořitelna
- Raiffeisenbank
- MONETA Money Bank
- UniCredit Bank
Diese Geldautomaten findet ihr in Prag alle paar hundert Meter. In Praha 1 (Zentrum) lohnt es sich, eine Tramstation weiter zu fahren und einen Air-Bank- oder Fio-Automaten zu suchen. Das kostet 5 Minuten — und spart Hunderte Kronen.
Die zweite Falle — DCC („Dynamic Currency Conversion”)
Das ist der wichtigere Punkt als die Wahl der Bank. DCC kann euch auch am „fairen” Geldautomaten einer tschechischen Bank ausnehmen.
Wenn ihr im ausländischen Geldautomaten abhebt, fragt das Terminal: „Möchtet ihr in Kč oder in eurer Heimatwährung (EUR) zahlen?” Wählt immer Kč. Wenn ihr EUR wählt, rechnet die Bank des Geldautomaten mit ihrem eigenen Kurs — typisch 12–19 % Aufschlag (ČSOB rechnet 14,79 %, andere tschechische Banken und unabhängige Betreiber ähnlich). Wenn ihr DCC ablehnt und die Transaktion in Kč durchgeht, bekommt ihr den realen Visa-/Mastercard-Kurs.
Die gleiche Regel gilt im Restaurant und im Geschäft, wenn ihr mit Karte zahlt — das Terminal fragt manchmal, ob ihr in EUR oder Kč zahlen wollt. Immer Kč.
💡 Einfache Regel: Bietet das Terminal eine Umrechnung in eure Währung an? Lehnt ab. Immer. Ohne Ausnahme.
Wechselstuben — die größte Touristenfalle in Prag
TLDR: Wenn euch eine Abhebung am Geldautomaten reicht, braucht ihr die Wechselstube gar nicht.
Aber wenn ihr trotzdem Bargeld wechseln wollt (ihr habt Euro mitgebracht und wollt Kronen), gelten zwei Regeln:
1. Meidet das Prager Zentrum
Wenzelsplatz, Altstädter Ring, Karlsbrücke, Na Příkopě und Pařížská — alle Wechselstuben in dieser Gegend leben von Touristen. Erkennbar an:
- Großen Schildern „0 % commission” / „no fee” in 5 Sprachen — typisches Betrugssignal
- Riesigen Kursen im Schaufenster, die oft der Verkaufskurs (sell) sind, nicht der Ankaufskurs (buy). Welcher Kurs für euch gilt, hängt davon ab, was ihr tauscht (EUR zu Kč = ihr Verkaufskurs für Kč). Viele vermischen das absichtlich, um Kunden zu verwirren.
- „Tourist rate” / „special rate” für kleine Beträge unter 5.000 Kč
Manche geben euch realistisch 22 Kč pro Euro statt der marktüblichen 25. Verlust: 12 % — sofort.
2. Faire Wechselstuben in Prag
Wenn ihr wirklich Bargeld wechseln müsst:
- eXchange — Štefánikova 203/23, Praha 5 (3 Minuten von Metro Anděl). Hält sich an Marktkurse, keine Tricks.
- Capital Exchange — drei Filialen: Jindřišská 12 (Zentrum), Václavské náměstí 27, Národní třída 63. Kurs etwas schlechter als bei eXchange, aber immer noch fair.
Bevor ihr wechselt, prüft den aktuellen Kurs auf xe.com oder in der Wise-App. Wenn die Wechselstube euch einen Kurs anbietet, der mehr als 2 % unter dem Spotkurs liegt, geht woanders hin.
3. Was kaum jemand weiß: das 3-Stunden-Rücktrittsrecht
Nach § 16a des Gesetzes Nr. 277/2013 Sb. über Wechselstubentätigkeit (in der Fassung der Novelle Nr. 5/2019 Sb., gültig seit 1. 4. 2019) habt ihr als Kunde bis zu 3 Stunden nach dem Tausch das Recht, von dem Geschäft zurückzutreten und den ursprünglichen Betrag zurückzubekommen. Das ist der wichtigste Verbraucherschutz in diesem Bereich — und die meisten Touristen kennen ihn nicht.
Grundregeln:
- Die Frist beträgt 3 Stunden ab dem Zeitpunkt des Tausches
- Sie gilt für Tausche bis zum Gegenwert von 1.000 € (bei größeren Beträgen kann nur in Höhe von 1.000 € zurückgetreten werden)
- Ihr müsst die Quittung (den Beleg über das Wechselgeschäft) haben
- Die Wechselstube muss euch schriftlich auf der Quittung über dieses Recht informieren (§ 14)
- Der Rücktritt muss in derselben Filiale erfolgen, in der der Tausch stattfand
- Die Frist läuft nur während der Öffnungszeiten der jeweiligen Filiale — wenn ihr um 18:30 wechselt und die Filiale um 19:00 schließt, habt ihr in der Praxis nur 30 Minuten, der Rest läuft erst am nächsten Geschäftstag weiter
Die Frist verlängert sich auf 6 Monate, wenn die Wechselstube euch in die Irre geführt, nicht ordnungsgemäß über euer Rücktrittsrecht informiert oder sonstwie eine Hürde aufgestellt hat. Dann könnt ihr auch außerhalb der ursprünglichen Filiale zurücktreten. Eine starke Waffe — wenn die Wechselstube ihre Pflichten verletzt hat, habt ihr ein halbes Jahr Zeit.
In der Praxis: Wenn ihr im Prager Zentrum mit einem miserablen Kurs „abgezogen” werdet und es innerhalb von drei Stunden bemerkt, geht mit der Quittung zurück und verlangt die Rückabwicklung. Die Wechselstube muss euch nachgeben. Sagt einfach: „Ich trete nach § 16a des Gesetzes 277/2013 Sb. von dem Wechselgeschäft zurück.”
Die meisten Touristen kennen dieses Recht nicht, und Wechselstuben verlassen sich darauf. Wenn die Wechselstube die Rückgabe verweigert, ist das ein Gesetzesbruch — laut Stellungnahme der Tschechischen Nationalbank (ČNB) von 2024 wertet der Regulator die Verweigerung der Rückgabe als schweren Verstoß, für den die Lizenz zum Betrieb der Wechselstubentätigkeit entzogen werden kann. Vor diesem Argument haben die Wechselstuben Respekt.
Empfohlene Karten aus dem DACH-Raum
Das ist der wichtigste praktische Teil: welche Karte ihr mitnehmt, damit ihr in Tschechien günstig zahlt.
1. Wise (früher TransferWise)
Für wen: für jeden, der keine Gebühren zahlen will.
- Multi-Currency-Konto — ihr könnt Euro aufladen und in der App in Kronen tauschen, zum echten Spotkurs (Aufschlag gegenüber Spot typisch 0,4–0,6 %)
- Debitkarte (Mastercard oder Visa, je nach Ausgabeland), die euch physisch nach Hause geschickt wird
- Geldautomaten-Abhebungen: erste 250 € pro Monat kostenlos (seit 1. Mai 2026 — vorher 200 € + feste 0,50 €), darüber 2,69 % Gebühr auf den Mehrbetrag
- Kartenzahlung: fairer Kurs, keine versteckten Gebühren
Wenn ihr im Restaurant mit Wise zahlt, bekommt ihr genau den Kurs, den ihr in der App seht. Kein Aufschlag, keine DCC-Tricks.
2. Revolut
Für wen: für die, die Revolut sowieso schon nutzen.
Revolut ist beliebt, hat aber ein paar Haken:
- Der Standardkurs ist fair (wie bei Wise) — außer am Wochenende. Samstags und sonntags fügt Revolut Standard etwa 1 % Marge hinzu
- Kostenlose Abhebungen: 200 € pro Monat im Standard-Tarif, danach 2 % Gebühr
- Kundenservice eher langsam, falls es ein Kartenproblem gibt
- Hinweis: Premium-/Metal-/Ultra-Tarife haben den Wochenendaufschlag nicht (Änderung seit April 2025), kosten aber 8–15 € pro Monat
Wenn ihr Revolut bereits habt, könnt ihr es in Tschechien problemlos nutzen — möglichst nur unter der Woche.
3. DKB Aktivkonto (für deutsche Inhaber)
Für wen: für Deutsche mit regelmäßigem Monatsgeldeingang über 700 €.
Mit Aktivstatus (= 700 € Geldeingang pro Monat, drei Monate in Folge):
- Kostenlose Bargeldabhebungen weltweit in jeder Währung — ja, auch in Tschechien, auch am EURONET, überall
- Visa-Debitkarte, Apple Pay, Google Pay
- Keine Fremdwährungsgebühr für Kartenzahlungen im Ausland
⚠️ Wichtiger Hinweis zu EURONET: Die DKB selbst nimmt keine Gebühren — aber EURONET bietet euch trotzdem den DCC-Dialog an („Cash and Balance” / Abhebung in Euro). Lehnt das ab — auch mit DKB-Karte. Hebt in Kronen ab, sonst verliert ihr 13–15 % am Wechselkurs-Aufschlag, den EURONET weiterhin verlangt.
⚠️ Ohne Aktivstatus (= weniger als 700 € Geldeingang): Konto kostet 4,50 € pro Monat, Abhebungen in der Eurozone nur 3× monatlich kostenlos, außerhalb der Eurozone (also in Tschechien) 2,20 € + 2,20 % Fremdwährungsgebühr pro Abhebung. Dann wird’s teuer. Es gibt den „Dauerauftrag-Trick”: überweist euch 700 € von einem anderen Konto auf die DKB und sofort zurück — der Status bleibt erhalten.
Habt ihr den Aktivstatus, nutzt die DKB. Habt ihr ihn nicht und macht mehr als drei Reisen pro Jahr außerhalb der Eurozone, lohnt es sich, ihn euch zu sichern.
4. Klassische deutsche/österreichische Banken
(Sparkasse, Volksbank, Commerzbank, Erste, Raiffeisen)
Die Wahrheit ist: die meisten dieser Karten kosten euch in Tschechien Geld. Typisch:
- 5–10 € Gebühr pro Geldautomat-Abhebung außerhalb der Eurozone
- 1,75–2 % Gebühr für Kartenzahlung in fremder Währung
- Schlechter Wechselkurs (die Bank rechnet 1–2 % Marge auf)
Konkretes Beispiel — Abhebung von 5.000 Kč (ca. 200 €) am Geldautomaten in Prag mit einer Sparkassen-Karte:
- Gebühr für die Abhebung: 5,00 €
- Kursmarge der Bank 1,75 %: 3,50 €
- Wenn ihr das DCC-Angebot des Geldautomaten akzeptiert: weitere 13–15 % oben drauf
Ohne DCC: Verlust ca. 8,50 € (4,3 % der Abhebung) Mit DCC: Verlust 30 € und mehr (15 % der Abhebung)
Wenn ihr nur diese Karte habt, empfehle ich entweder: Wise vor der Reise einrichten (10 Minuten online, Karte kommt nach einer Woche), oder einmal einen großen Betrag abheben (8.000–10.000 Kč) statt mehrerer kleiner Abhebungen — dann spart ihr wenigstens an der fixen Gebühr.
Trinkgeld — wichtige Sache
In Tschechien gibt es Trinkgeld und es wird erwartet — die gute Nachricht: es funktioniert fast genauso wie bei euch zu Hause in Deutschland oder Österreich. Keine dramatischen Unterschiede, keine Überraschungen.
Restaurant
Standardtrinkgeld liegt bei 5–10 % — genauso wie bei euch zuhause. Tschechen geben im Schnitt etwa 7 %, oft einfach durch Aufrunden auf eine schöne Zahl. 10 % ist schon großzügig, 15 % reserviert ihr für außergewöhnlich gute Bedienung oder Fine Dining.
💡 Wenn ihr lieber eine einfache Regel wollt: für einen normalen Restaurantbesuch merkt euch 10 %. Damit beleidigt ihr niemanden, der Kellner ist zufrieden.
Pivnice / Wirtshaus
In weniger formellen Lokalen wird nicht in Prozenten gerechnet, sondern auf eine schöne Zahl aufgerundet:
- Rechnung 178 Kč → ihr zahlt 200 Kč
- Rechnung 280 Kč → ihr zahlt 300 Kč
- Rechnung 480 Kč → ihr zahlt 500 Kč
Das ist genauso wie das deutsche „Stimmt so” oder das österreichische „Machen Sie 200” — das Prinzip ist identisch.
WICHTIG: Trinkgeld bekommt der Kellner meistens nur in bar
Das ist der einzige Punkt, an dem Tschechien etwas aus der DACH-Norm ausschert. In deutschen Restaurants sagt ihr „240, bitte”, wenn ihr 230 auf der Rechnung habt, und der Kellner nimmt das Trinkgeld problemlos über die Karte.
In Tschechien funktioniert das oft nicht reibungslos — oder genauer: es funktioniert in guten Restaurants, aber in vielen Prager Bierkneipen und alltäglichen Wirtshäusern landet das Karten-Trinkgeld beim Wirt und kommt beim Kellner gar nicht oder nur teilweise an.
Bargeld-Trinkgeld geht zu 100 % direkt an die Person, der ihr es gegeben habt — und sie wird es zu schätzen wissen.
ℹ️ Hinweis: In Tschechien wird gerade eine Legalisierung des Trinkgeldes vorbereitet (Vorschlag inspiriert vom deutschen Modell) — voraussichtlich ab 2027 sollen Trinkgelder offizielles Einkommen der Angestellten werden, steuerfrei. Bis dahin gilt das oben Beschriebene.
Nützliche tschechische Phrasen (gleicher Mechanismus wie „Stimmt so”):
- „To je v pořádku” = stimmt so (das Wechselgeld ist Trinkgeld)
- „Děkuji, je to dobré” = höfliche Variante von „stimmt so”
„Service charge” — Falle in Touristenrestaurants
In manchen Restaurants im Prager Zentrum (besonders am Altstädter Ring, am Wenzelsplatz, rund um die Karlsbrücke) findet ihr auf der Rechnung einen Posten „service charge 10 %” oder „obsluha 10 %”. In dem Fall kein zusätzliches Trinkgeld geben — das Restaurant berechnet es sich selbst.
⚠️ Warnung: Manche Prager Restaurants schreiben zusätzlich auf Englisch „Service is not included” auf die Rechnung — das ist ein Versuch, Touristen zu amerikanischen 15–20 % zu drängen. Das ist keine tschechische Sitte. In Tschechien wird weder „Service inklusive” noch „Service nicht inklusive” geschrieben — denn nach Gesetz muss der Preis auf der Speisekarte der Endpreis sein.
In normalen Prager Bierkneipen und Restaurants findet ihr das nicht.
Taxi und Bolt/Uber
Im Taxi gibt es kein Trinkgeld — oder es wird aufgerundet (132 Kč → 140 Kč). Bei Bolt/Uber kann man in der App Trinkgeld geben — 10 % sind mehr als genug, die meisten Tschechen geben gar nichts oder runden nur auf.
Hotel
- Zimmermädchen: 50–100 Kč pro Aufenthalt im 3- bis 4-Sterne-Hotel, 100–200 Kč im 5-Sterne-Hotel — beim Abreisen auf den Nachttisch oder das Kissen legen
- Kofferträger: 50 Kč pro Koffer (3–4*), 100 Kč pro Koffer (5*)
- Rezeption: kein Trinkgeld. Ausnahme: wenn euch das Personal etwas Außergewöhnliches besorgt hat (letzte Konzertkarten o. ä.) sind 100–200 Kč angemessen.
- Concierge (nur 5*-Hotels): 200–500 Kč für tatsächliche Hilfe (Reservierungen, Empfehlungen), wenn Aufwand dahinter stand
Konkrete Preise in Prag (Stand 2026)
Damit ihr wisst, was ein fairer Preis ist und was Touristenaufschlag:
Bier (0,5 l, vom Fass):
- Normale Kneipe abseits der Touristenroute: 50–80 Kč (Prager Durchschnitt laut Qerko/Dotykačka: 63 Kč)
- Restaurant der gehobenen Sorte: 80–110 Kč
- Touristenzone (Altstädter Ring, Wenzelsplatz): 80–150 Kč
Hauptgericht (Lendenbraten, Gulasch, Schnitzel):
- Normale Kneipe: 180–280 Kč (Prager Durchschnitt Dezember 2024: Gulasch 203 Kč, Schnitzel 194 Kč)
- Bessere Restaurants: 300–500 Kč
- Touristenzone: 400–650 Kč für klassische tschechische Küche, in luxuriösen Touristenfallen bis zu 800+ Kč
Kaffee:
- Specialty-Café: 75–110 Kč
- Normales Café: 55–90 Kč
Suppe (oft übersehene Falle):
- Normales Lokal: 50–90 Kč
- Touristenfalle: einige Restaurants am Altstädter Ring berechnen für Kartoffelsuppe (bramboračka) 200–300 Kč — checkt vorher die Preise
Mit Euro in Tschechien zahlen?
In manchen Hotels, größeren Touristenrestaurants und am Flughafen werden Euro angenommen. Aber:
Der Kurs, den sie euch bieten, ist immer mies. In extremen Touristenfallen im Zentrum kann der Verlust bis zu 30 % erreichen.
⚠️ Flughafen Václav Havel: Ja, Euro werden angenommen. Aber ihr seid dort nur ein paar Minuten — wechselt nicht hier. Nehmt entweder die Karte (Wise/DKB), oder fahrt ins Zentrum und hebt am Geldautomaten der Air Bank/Fio banka Kronen ab.
Regel: immer in Kronen. Wenn das Angebot lautet „Sie können auch in Euro zahlen”, antwortet einfach „In Kronen, bitte.” Die Karte regelt das für euch zu einem fairen Kurs — wenn ihr Wise oder das DKB Aktivkonto habt, verliert ihr 0 %, nicht 10 %.
Sicherheit — was passieren könnte
Prag ist im Allgemeinen eine sichere Stadt, aber ein paar Dinge sind beachtenswert:
Taschendiebe
Heiße Zonen:
- Karlsbrücke (besonders im Touristengewühl)
- Tram 22 (die Linie, mit der alle Touristen zur Burg fahren)
- Metro zwischen Můstek und Muzeum
- Wenzelsplatz abends
Praktische Maßnahmen:
- Geldbörse in die Innentasche mit Reißverschluss, nicht in die Gesäßtasche
- Tasche über die Schulter, nicht auf den Rücken; im Gewühl mit der Hand halten
- In der Tram den Reißverschluss des Rucksacks im Auge behalten
„Falsche Polizisten”-Masche
Am Wenzelsplatz und auf der Karlsbrücke kommt manchmal jemand in Zivil und sagt: „Polizeikontrolle, zeigen Sie bitte Ihre Papiere.” Das ist immer ein Betrug. Ein echter tschechischer Polizist:
- Trägt Uniform oder zeigt eine Dienstmarke (nicht nur einen Ausweis in der Hand)
- Verlangt nie, dass ihr Bargeld zeigt
- Wenn ihr Zweifel habt, sagt: „Kommen Sie mit zur nächsten Polizeistation” — und der Betrüger verschwindet.
Im Notfall ruft 158 (Polizei) oder 112 (allgemeine Notrufnummer).
Ein paar nützliche Ergänzungen
Apps, die ihr installieren solltet
- Wise oder Revolut — Multi-Currency-Konto und Kursbeobachtung
- XE Currency — sofortiger Kurs für jede Währung in jede andere, funktioniert offline (nützlich in der Metro, wo das Signal abreißt)
- PID Lítačka (Prag) — öffentlicher Verkehr, Tickets in der App
- IDOS — landesweite Fahrpläne (Züge ČD, RegioJet, Leo Express, Busse)
- Bolt — Taxi in Prag und in etwa 50 weiteren tschechischen Städten (Uber deckt nur die 10 größten ab, also ist Bolt vielseitiger, falls ihr auch außerhalb von Prag reist)
- Mapy.cz — tschechische Alternative zu Google Maps, deutlich besser für Wandern und Outdoor in Tschechien. Detaillierte Wanderwege, Radwege, Sehenswürdigkeiten im Gelände — funktioniert nach dem Download einer Region auch offline. Unverzichtbar, wenn ihr ins Riesengebirge, in den Böhmerwald, ins Böhmische Paradies oder in die Böhmisch-Sächsische Schweiz wollt.
Bank-Öffnungszeiten
- Mo–Fr: 9:00–17:00 (manche Filialen 8:00–18:00)
- Samstag: meist geschlossen, einige Filialen in Einkaufszentren bis 14:00
- Sonntag: geschlossen
- Geldautomaten: 24/7
💡 Wenn ihr größere Bargeldsummen braucht (über 5.000 Kč), lieber unter der Woche — am Wochenende werden manche Geldautomaten nicht nachgefüllt, und das Prager Zentrum ist samstagnachmittags oft leer.
Tax Free Shopping (Mehrwertsteuererstattung)
⚠️ Für euch (Deutsche, Österreicher, Schweizer) leider nicht relevant. Alle Bewohner mit ständigem Wohnsitz in der EU, im EWR oder in der Schweiz sind ausdrücklich vom Tax Free in Tschechien ausgeschlossen.
Zusammenfassung — minimale Checkliste vor der Reise
- Eröffnet ein Wise-Konto oder prüft Revolut (10 Minuten online), damit ihr faire Kurse und keine Gebühren für Kartenzahlungen habt
- Nehmt eine kleine Bargeldreserve in Kronen mit (1.500–2.500 Kč ≈ 60–100 €) — wechselt das in eurer Hausbank oder bei Reisebank am Bahnhof vor der Abreise. Die Reserve dient nur für den Fall, dass Karte und Geldautomat ausfallen — in Tschechien zahlt man nicht in Euro.
- Installiert die App eurer Bank vorab und aktiviert „Reisen” (DKB, N26, Sparkasse und andere DACH-Banken haben Fraud-Detection, die Karten im Ausland blockiert, wenn ihr Reisen nicht aktiviert)
- Ladet diese 4 Apps vorab zu Hause herunter (im Hotel-WLAN kann das dauern): PID Lítačka, IDOS, Bolt, Mapy.cz
- Merkt euch drei Regeln:
- Niemals EURONET (egal wo in Prag, egal welche Karte — Falle)
- Immer in Kronen (Zahlung wie Abhebung — DCC „Cash and Balance” ablehnen)
- Trinkgeld in bar geht zu 100 % an den Kellner, auf der Karte vielleicht nicht
Wenn ihr diese fünf Sachen einhaltet, spart ihr in Tschechien jährlich mehrere hundert Kronen gegenüber dem Touristen, der reinfällt. Und ihr habt mehr für das, weshalb ihr eigentlich gekommen seid.
Schöne Reise!